Schlagwort-Archive: Lyrik

Die Popdolmetscher

Wolke

Anspieltipps: „Weg ins Nichts“, „Kleine Lichter“

Die Wolke hat einen Namen, sogar gleich zwei: Oliver Minck und Benedikt Filleböck. Zwei seltsame, liebenswürdige und humorvolle  Typen sind das: akkurater Seitenscheitel, beiger Mantel, lustige Pose. Sie machen seit 2005 minimalistischen Pop auf dem Label „Tapete Records“. Ihre Lieder sind einfach gehalten, meist reduziert auf Gesang, Bass und Klavier. Wolke sind seit 2007 die Popdolmetscher auf Einslive. Jede Woche wird ein Hit im eigenen Stil übersetzt. Die Tracks werden auf ihrer Webseite archiviert. Das tolle daran: Man kann selbst erraten, um welche Band und welchen Hit es sich handelt. Purer Rätselspaß! Die Songs tragen weitaus sympathischere Übersetzungen wie: „Deine Vergangenheit war eine Seltsamkeit“. Dieser Song trägt etwa den Text: „… und ich lieb‘ das kleine Spiel, das du nennst: _Du bist wie heulende Blitze_ und wie du nachmittags den Eismann ärgerst, wenn es regnet.“ Herrlich!

http://www.wolke-koeln.de/pop.htm

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Lieder von Liebe und Tod

„Wie entdeckst du eigentlich so viele gute Sänger und Songwriter?“, fragte mich neulich ein Blog-Leser. Ganz einfach: Ich bin gut informiert! Ich stöbere im Plattenladen, tausche Musik, gehe auf Konzerte, bekomme Empfehlungen, lese andere Blogs, schlage mich durch Musikforen, durch youtube-clips, Online-Magazine und lese Fachzeitschriften zB. u-mag, intro u.v.m.

Bobo/ Bobo in the White Wooden Houses

Anspieltipps: „Königskinder“, „Die Lieb“, „Travel in my mind“

Auf Bobo bin ich auf anderem Weg gestoßen. Ein guter Bekannter von mir, Herzfeld, hat die „Lieder von Liebe und Tod“ produziert. Die Sängerin Bobo, Jahrgang 1967, eigentlich Christiane Hebold, ist Pfarrerstochter, bei Halle geboren und studierte Gesang in Weimar. Deutsche Volkslieder bzw. Gedichte, etwa „Die Lieb“ von Goethe und auch „Die Königskinder“ wurden auf dem Album „Lieder von Liebe und Tod“ vertont. [Ich besaß die Reime von „Die Königskinder“ in meiner Kindheit in Form eines illustrierten Bildbändchens und habe dieses düstere Märchen-Drama abgöttisch geliebt.] Die Lieder haben eine experimentelle und märchenhafte Stimmung. Unverwechselbare, gefühlvolle Akustik! Bobo ist gleichzeitig Sängerin von Bobo in the White Wooden Houses, eine klasse, Englisch singende Band der ostdeutschen Indieszene. Auch sehr interessant: Bobo(lina) hat bereits Projekte mit der Rockband Rammstein und in Sachen Trance/Dance gemeinsame Sache mit dem bekannten DJ-Duo Black & Jones gemacht („Where you belong“). Toller Stil-Mix!

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Samurai der Neuzeit

Thomas D.

Anspieltipps: „Solo“  feat. Nina Hagen, „Symphonie der Zerstörung“ feat. Enik, „Rückenwind“

Eigentlich schade, dass Thomas D. nicht als Solokünstler wahrgenommen wird. Drei Alben hat er inzwischen im Alleingang veröffentlicht. Aber nicht nur als Synchronstimme, Labelgründer und überaus erfolgreicher Rapper der Fanta4 hat der Stuttgarter etwas zu sagen. Vor genau zehn Jahren erschien das Album „Lektionen in Demut“. All die Jahre über hat Thomas seine Texte reifen lassen. Er selbst wirkt älter und noch prinzipientreuer. Im April diesen Jahres wird das Album „Lektionen in Demut 11.0“ erscheinen. Mit rauer Stimme rappt Thomas seine spirituellen, tiefgründigen und philosophischen Songs, die oft auch eine Botschaft vermitteln. Er ist der Samurai der Neuzeit und großzügiger Helfer: Unterstützer der Tierrechtsorganisation PETA sowie eines Hilfsprojekts in Afrika und aktuell Spender für Japan. Was die benachteiligten Menschen sowohl auch die gehaltvollen Texte des Vegetariers betreffen: im Geben ist er ein ganz Großer!

Der Song „Gebet an den Planeten 11.0“ mit herrlichen Naturaufnahmen ist schon zu sehen unter: http://www.thomasd.net/blog

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Textzaubermädchen

Alin Coen

Anspieltipps: „Wolken“, „Ich war hier“, „Festhalten“

Alin Coen ist der weibliche Philipp Poisel (s. erster Blog-Eintrag). Beide haben jedenfalls eine ähnliche Weise zu texten und zu singen. Klar, dass beide schon Duett gesungen haben. Die gebürtige Hamburgerin bereiste die Welt und lebt nun in Weimar. 2007 gründete sich die Alien Coen Band. Das lang ersehnte Debütalbum „Wer bist du?“ erschien drei Jahre später. Die schöne, burschikose Coen ist goldig, wortgewaltig und bettet den Zuhörer sanft in wunderschöne Melancholie. Anzunehmen, dass sie sowohl Männer als auch Frauen verzaubert. Ich habe mich soeben verliebt.

http://www.myspace.com/alincoen    +   Videos auf youtube  –> Alin Coen

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Vorsicht: Glashaus!


Glashaus
Anspieltipps: „Es tut so weh“, „Haltet die Welt an“

ist eine deutsche Soulband (gegründet 1999) unter Vertrag bei dem Label 3P, welches von Moses Pelham gegründet wurde. Die Band begleitete mich durch meine Jugend. Eine gute Freundin hatte mich einmal auf sie aufmerksam gemacht. Pelham produziert unter anderem Sabrina Setlur, aber und Xavier Naidoo, bis diese im Rechtsstreit auseinander gingen. Die zwei weiteren Bandmitglieder von Glashaus sind Martin Haas und die 1980 geborene Cassandra Steen. Sie war bis 2008 die weibliche Stimme der Band. Eine offizielle Trennung gab es nie. Cassandra Stehen ist solo sehr erfolgreich. Seit 2003 arbeitet die Deutsch-Amerikanerin auch mit Curse, Tone, Bushido, Freundeskreis und Xavier Naidoo zusammen. Glashaus hat sich inzwischen Ersatz für Steen geholt: Peppa, hübsch und talentiert. Doch der königlichen Steen das Wasser zu reichen scheint unmöglich.

http://www.myspace.com/glashaus

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Fragwürdiges Comeback

Sabrina Setlur
Anspieltipp: „Lass mich los“

(1974 in Frankfurt am Main geboren) ist die eigenwillige Tochter zweier indischer Einwanderer und zugleich Deutschlands populärste und erfolgreichste Rapperin (2 Mio. verkaufte Platten, 3 Echos). Vier Jahre war es still um die talentierte Künstlerin. Dann startete sie mit neuer Kraft ein Comeback mit ihrem inzwischen 6. Album „Rot“. Aber Partymusik passt nicht zu der attraktiven Sängerin. Vielleicht ein Grund, warum das Album floppte? Songs wie die Single „Lauta“ und „Discolampen“ wirken kommerziell, einfach unecht. Wir wollen die alte Setlur! Die starke Frau mit den direkten Texten und der wütenden Stimme. Ist das neue Album nur bestückt mit discotauglichen Hits? Setlur kann zwar auch mit den schnellsten Beats mithalten. Aber viel besser beherrscht sie doch das Gefühl. Darum sind wir froh, dass wir Songs finden wie „Lass mich los“ in Korporation mit Sebastian Hämer. Also, Sabrina: Schmeiß die Hummel-Sonnenbrille weg! Wir wollen keine coole Fassade, nur deine ehrlichen Worte.

http://www.myspace.com/sabrinasetlur

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Ein poetischer Rebell

Pascal Finkenauer
Anspieltipps: „Zu glatt“, „Mittendrin“

(1977 in der Nähe von Mainz geboren) ist auch deutscher Sänger und Songwriter – aber auf eine ganz andere Weise als Poisel, der doch mehr der Romantik angehört. Finkenauer ist Sturm und Drang – neu definiert. Radikal. Offensichtlich oder versteckt. Aufmerksam bin ich auf ihn geworden, als ich den Song „An Tagen wie diesen“ hörte, der zusammen mit Fettes Brot entstand. Finkenauer hat drei Alben veröffentlicht. Sein Stil ist schwer zu kategorisieren. Die Texte haben meist eine Botschaft an die Zuhörer oder erzählen von seinen Erfahrungen. Der „postmoderne Liedermacher“ möchte zweifelsfrei etwas bewegen. Dabei will er auch gerne anecken, wachrütteln, dieser Finkenauer. Die Presse bezeichnet ihn als „Punkchansonnier“. Das darf sie. Er macht seine Sache gut und polarisiert. Dabei erfindet er sich immer neu. Er ist eben ein cleverer Rebell. Finkenauer ist so gut, dass man sich manchmal nicht richtig sicher ist, ob man seine Texte richtig klasse findet oder es weh tut …

http://www.myspace.com/pascalfinkenauer/videos

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