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Lieder von Liebe und Tod

„Wie entdeckst du eigentlich so viele gute Sänger und Songwriter?“, fragte mich neulich ein Blog-Leser. Ganz einfach: Ich bin gut informiert! Ich stöbere im Plattenladen, tausche Musik, gehe auf Konzerte, bekomme Empfehlungen, lese andere Blogs, schlage mich durch Musikforen, durch youtube-clips, Online-Magazine und lese Fachzeitschriften zB. u-mag, intro u.v.m.

Bobo/ Bobo in the White Wooden Houses

Anspieltipps: „Königskinder“, „Die Lieb“, „Travel in my mind“

Auf Bobo bin ich auf anderem Weg gestoßen. Ein guter Bekannter von mir, Herzfeld, hat die „Lieder von Liebe und Tod“ produziert. Die Sängerin Bobo, Jahrgang 1967, eigentlich Christiane Hebold, ist Pfarrerstochter, bei Halle geboren und studierte Gesang in Weimar. Deutsche Volkslieder bzw. Gedichte, etwa „Die Lieb“ von Goethe und auch „Die Königskinder“ wurden auf dem Album „Lieder von Liebe und Tod“ vertont. [Ich besaß die Reime von „Die Königskinder“ in meiner Kindheit in Form eines illustrierten Bildbändchens und habe dieses düstere Märchen-Drama abgöttisch geliebt.] Die Lieder haben eine experimentelle und märchenhafte Stimmung. Unverwechselbare, gefühlvolle Akustik! Bobo ist gleichzeitig Sängerin von Bobo in the White Wooden Houses, eine klasse, Englisch singende Band der ostdeutschen Indieszene. Auch sehr interessant: Bobo(lina) hat bereits Projekte mit der Rockband Rammstein und in Sachen Trance/Dance gemeinsame Sache mit dem bekannten DJ-Duo Black & Jones gemacht („Where you belong“). Toller Stil-Mix!

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Ein poetischer Rebell

Pascal Finkenauer
Anspieltipps: „Zu glatt“, „Mittendrin“

(1977 in der Nähe von Mainz geboren) ist auch deutscher Sänger und Songwriter – aber auf eine ganz andere Weise als Poisel, der doch mehr der Romantik angehört. Finkenauer ist Sturm und Drang – neu definiert. Radikal. Offensichtlich oder versteckt. Aufmerksam bin ich auf ihn geworden, als ich den Song „An Tagen wie diesen“ hörte, der zusammen mit Fettes Brot entstand. Finkenauer hat drei Alben veröffentlicht. Sein Stil ist schwer zu kategorisieren. Die Texte haben meist eine Botschaft an die Zuhörer oder erzählen von seinen Erfahrungen. Der „postmoderne Liedermacher“ möchte zweifelsfrei etwas bewegen. Dabei will er auch gerne anecken, wachrütteln, dieser Finkenauer. Die Presse bezeichnet ihn als „Punkchansonnier“. Das darf sie. Er macht seine Sache gut und polarisiert. Dabei erfindet er sich immer neu. Er ist eben ein cleverer Rebell. Finkenauer ist so gut, dass man sich manchmal nicht richtig sicher ist, ob man seine Texte richtig klasse findet oder es weh tut …

http://www.myspace.com/pascalfinkenauer/videos

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Interview mit der Blog-Gründerin

Interview mit Sarah Magdalena NickelChristina König stellte der Sarah Magdalena Nickel (Autorin vom Lyrikband  „Blütenblätter“) Fragen zur Inspiration, Vorbildern und Reimen im 21. Jahrhundert.

 

C.K.: Hallo Sarah. Warum hast du eigentlich diesen Blog gegründet?

Ganz einfach: aus Liebe zu guten lyrics. Die Welt braucht mehr davon!

C.K.: Du kennst dich ja mit dem Schreiben gut aus. Was mich einmal interessieren würde: wie und wann schreibst du denn Gedichte?

S.M.N.: Die Gedichte kommen auf mich zu. Wenn ich keine Inspiration habe, lasse ich den Stift einfach liegen. Das kann schon mal Monate dauern. Es gibt auch keine besondere Tagesform. Besonders gut klappt es aber, wenn ich den Kopf frei habe, etwa kurz nach dem Aufwachen (grinst).

C.K.: Also schreibst du nicht unter Zwang?

S.M.N.: Auf keinen Fall.

C.K.: Ist Lyrik eine Sache des Talents?

S.M.N.: Talent ist sicher wichtig. Es steckt aber auch viel Arbeit dahinter. Ich feile sehr lange an den Texten. Dann lasse ich sie wie guten Wein „gären“. Wenn ich nach einer Weile darüber schaue, kann ich aus dem Abstand heraus besser Korrekturen vornehmen.

C.K.: Woher nimmst du deine Inspiration?

S.M.N.: Aus meiner Umwelt. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und lausche den Gesprächen in der Bahn. Mich inspirieren besonders Musik, die Natur, Bar-Abende und Menschen, die einer Leidenschaft nachgehen.

C.K.: Wo schreibst du deine Gedichte? Ich stelle mir eine junge Frau an ihrem Schreibtisch vor …

S.M.N.: Nicht unbedingt. Wenn mir ein guter Einfall kommt oder es in meinem Kopf zu reimen beginnt, mache ich mir Notizen. Wenn ich gerade unterwegs bin, greife ich auch schon einmal zum Handy.

C.K.: Echt? Das hätte ich nicht erwartet. Apropos Handy: schreibst du auch SMS in Reimform?

S.M.N.: Nein, das kommt nicht vor.

C.K.: Aber du achtest in deinen SMS auf Rechtschreibung?

S.M.N.: (denkt nach) … Ja, wenn ich so überlege: in der Tat.

C.K.: Noch einmal zurück zu deinen Gedichten. Du schreibst in sehr traditioneller Form. Deine Gedichte reimen sich …

S.M.N.: Ja. Ich bin ein großer Freund des Rhythmus (lacht). Deswegen höre ich auch gerne auf Songtexte. Ab und zu ertappe ich mich dabei, wie ich die Reimpaare der Lieder analysiere.

C.K.: Welche deutschsprachige Band oder welchen Musiker findest du besonders gut?

S.M.N.: Clueso. Ich mag seine Metaphern. Das habe ich übrigens mit meinem Bruder gemeinsam. In ihm schlummert auch ein Talent für Reime.

C.K.: Und welchen Intellektuellen (egal ob tot oder lebendig) würdest du gerne mal treffen?

S.M.N.: Schwere Frage. Ich wollte gerne einmal den Dalai Lama sehen. Das habe ich vor ein paar Jahren in Sydney getan – purer Zufall, ehrlich gesagt. Er war sehr locker und richtig humorvoll. Das hatte ich gar nicht erwartet …

Noch jemanden? Als Persönlichkeit finde ich auch Gandhi sehr interessant: überhaupt Menschen, die keinen begrenzten Horizont haben und nicht die Erwartungen anderer Menschen erfüllen wollen. Da gab und gibt es viele tolle Beispiele in der Geschichte: in Literatur, Kunst, Musik, Politik und der Wissenschaft.

C.K.: Woher nimmst du die Kraft, schon so jung so viel auf die Beine zu stellen?

S.M.N.: Es muss wohl aus meinem Inneren kommen (lacht). In meinem Kopf wuselt es nur so an Ideen. Wir wissen es nicht besser, aber gehen wir davon aus, wir leben nur einmal … dann verdammt: Lasst uns anfangen! Man weiß ja nie, wann das Leben zu Ende ist. Und ja, ich möchte mir später nicht einmal vorwerfen, dass ich in meinem Leben etwas versäumt hätte. Dazu gehört es auch, die Zeit hier zu genießen. Wenn ich im Sterbebett liege, möchte ich gerne grinsend zu meinen Enkeln sagen: Und genau so würde ich es wieder tun!

C.K.: Wie finden es deine Freunde, dass du schreibst?

S.M.N.: Viele sind stolz, eine Autorin in ihrem Freundeskreis zu haben (grinst). Meine Freunde unterstützen mich in meinem Vorhaben. Das finde ich echt klasse!  Überhaupt habe ich die besten Freunde. Sie sind immer für mich da. Das ist so viel wert!

C.K.: Was werden wir in diesem Jahr noch von dir hören bzw. lesen?

S.M.N.: Im Frühjahr soll der zweite Teil des Neuseeland-Reiseberichtes erscheinen. Alles Weitere ist geheim. Ihr dürft gespannt sein …

C.K.: Möchtest du noch irgendetwas anfügen?

S.M.N.: Schmeißt die Fernseher weg! Lebt eure Träume!

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