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Lieder von Liebe und Tod

„Wie entdeckst du eigentlich so viele gute Sänger und Songwriter?“, fragte mich neulich ein Blog-Leser. Ganz einfach: Ich bin gut informiert! Ich stöbere im Plattenladen, tausche Musik, gehe auf Konzerte, bekomme Empfehlungen, lese andere Blogs, schlage mich durch Musikforen, durch youtube-clips, Online-Magazine und lese Fachzeitschriften zB. u-mag, intro u.v.m.

Bobo/ Bobo in the White Wooden Houses

Anspieltipps: „Königskinder“, „Die Lieb“, „Travel in my mind“

Auf Bobo bin ich auf anderem Weg gestoßen. Ein guter Bekannter von mir, Herzfeld, hat die „Lieder von Liebe und Tod“ produziert. Die Sängerin Bobo, Jahrgang 1967, eigentlich Christiane Hebold, ist Pfarrerstochter, bei Halle geboren und studierte Gesang in Weimar. Deutsche Volkslieder bzw. Gedichte, etwa „Die Lieb“ von Goethe und auch „Die Königskinder“ wurden auf dem Album „Lieder von Liebe und Tod“ vertont. [Ich besaß die Reime von „Die Königskinder“ in meiner Kindheit in Form eines illustrierten Bildbändchens und habe dieses düstere Märchen-Drama abgöttisch geliebt.] Die Lieder haben eine experimentelle und märchenhafte Stimmung. Unverwechselbare, gefühlvolle Akustik! Bobo ist gleichzeitig Sängerin von Bobo in the White Wooden Houses, eine klasse, Englisch singende Band der ostdeutschen Indieszene. Auch sehr interessant: Bobo(lina) hat bereits Projekte mit der Rockband Rammstein und in Sachen Trance/Dance gemeinsame Sache mit dem bekannten DJ-Duo Black & Jones gemacht („Where you belong“). Toller Stil-Mix!

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Samurai der Neuzeit

Thomas D.

Anspieltipps: „Solo“  feat. Nina Hagen, „Symphonie der Zerstörung“ feat. Enik, „Rückenwind“

Eigentlich schade, dass Thomas D. nicht als Solokünstler wahrgenommen wird. Drei Alben hat er inzwischen im Alleingang veröffentlicht. Aber nicht nur als Synchronstimme, Labelgründer und überaus erfolgreicher Rapper der Fanta4 hat der Stuttgarter etwas zu sagen. Vor genau zehn Jahren erschien das Album „Lektionen in Demut“. All die Jahre über hat Thomas seine Texte reifen lassen. Er selbst wirkt älter und noch prinzipientreuer. Im April diesen Jahres wird das Album „Lektionen in Demut 11.0“ erscheinen. Mit rauer Stimme rappt Thomas seine spirituellen, tiefgründigen und philosophischen Songs, die oft auch eine Botschaft vermitteln. Er ist der Samurai der Neuzeit und großzügiger Helfer: Unterstützer der Tierrechtsorganisation PETA sowie eines Hilfsprojekts in Afrika und aktuell Spender für Japan. Was die benachteiligten Menschen sowohl auch die gehaltvollen Texte des Vegetariers betreffen: im Geben ist er ein ganz Großer!

Der Song „Gebet an den Planeten 11.0“ mit herrlichen Naturaufnahmen ist schon zu sehen unter: http://www.thomasd.net/blog

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Textzaubermädchen

Alin Coen

Anspieltipps: „Wolken“, „Ich war hier“, „Festhalten“

Alin Coen ist der weibliche Philipp Poisel (s. erster Blog-Eintrag). Beide haben jedenfalls eine ähnliche Weise zu texten und zu singen. Klar, dass beide schon Duett gesungen haben. Die gebürtige Hamburgerin bereiste die Welt und lebt nun in Weimar. 2007 gründete sich die Alien Coen Band. Das lang ersehnte Debütalbum „Wer bist du?“ erschien drei Jahre später. Die schöne, burschikose Coen ist goldig, wortgewaltig und bettet den Zuhörer sanft in wunderschöne Melancholie. Anzunehmen, dass sie sowohl Männer als auch Frauen verzaubert. Ich habe mich soeben verliebt.

http://www.myspace.com/alincoen    +   Videos auf youtube  –> Alin Coen

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Mit Musik etwas bewegen?

Nosliw
Anspieltipp: „Nazis raus“

Jetzt kommen wir von Soul zu Reggae/Dancehall. Nosliw ist ein Geheimtipp meines Bruders. Der 1975 in Bonn geborene Nosliw (eigentlich: Eric Alain Wilson) begann 1991 mit englischsprachigem Hip-Hop. Er widmete sich ab 1995 mit seiner damaligen Band D.U.G. (Die Unendlichen Gedichte) dem deutschsprachigen Hip Hop. Nosliw ging auch schon mit anderen deutschen Reggae-Größen wie Seeed oder Gentleman auf Tour. Im März 2009 erschien sein dritter Longplayer „Heiss & Laut“, ein reines Dancehall-Album. Auf die Frage hin, ob er mit seiner Musik etwas verändern könne, sagt er: „Ich glaube, dass ich etwas verändere, weil ich so viele Leute erreiche, dass es bei jemanden funken muss. Das ist einfach mathematisch so.“
Außer für seine Wahrscheinlichkeitsrechnungen mögen wir Nosliw für seine kritischen und durchaus mutigen Texte. Dabei schafft er es, die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit zu halten – und von beidem besitzt er eine große Portion.

http://www.myspace.com/nosliw/music

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Ein poetischer Rebell

Pascal Finkenauer
Anspieltipps: „Zu glatt“, „Mittendrin“

(1977 in der Nähe von Mainz geboren) ist auch deutscher Sänger und Songwriter – aber auf eine ganz andere Weise als Poisel, der doch mehr der Romantik angehört. Finkenauer ist Sturm und Drang – neu definiert. Radikal. Offensichtlich oder versteckt. Aufmerksam bin ich auf ihn geworden, als ich den Song „An Tagen wie diesen“ hörte, der zusammen mit Fettes Brot entstand. Finkenauer hat drei Alben veröffentlicht. Sein Stil ist schwer zu kategorisieren. Die Texte haben meist eine Botschaft an die Zuhörer oder erzählen von seinen Erfahrungen. Der „postmoderne Liedermacher“ möchte zweifelsfrei etwas bewegen. Dabei will er auch gerne anecken, wachrütteln, dieser Finkenauer. Die Presse bezeichnet ihn als „Punkchansonnier“. Das darf sie. Er macht seine Sache gut und polarisiert. Dabei erfindet er sich immer neu. Er ist eben ein cleverer Rebell. Finkenauer ist so gut, dass man sich manchmal nicht richtig sicher ist, ob man seine Texte richtig klasse findet oder es weh tut …

http://www.myspace.com/pascalfinkenauer/videos

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Neuentdeckung: Songwriter mit viel Sehnsucht

Philipp Poisel
Anspieltipps: Für keine Kohle dieser Welt, Wie soll ein Mensch das ertragen

Vor kurzem stieß ich im Internet durch Zufall auf Philipp Poisel, deutscher Sänger, Jahrgang 1983. Poisel wurde von Herbert Grönemeyer entdeckt und unter Vertrag genommen. Poisels Texte sind unglaublich gefühlvoll und ehrlich. Er schafft es wie kein zweiter, mit seinen Worten mitten ins Herz zu treffen und das zu sagen, was man selbst oft nicht auszudrücken vermag. In all seinen Songs wohnt eine Melancholie, eine ganz eigene Sehnsucht inne, die ebenso rauchig und zerbrechlich ist wie seine Stimme. 2008 erschien sein erstes Album „Wo fängt dein Himmel an?“, 2010 folgte „Bis nach Toulouse“. Von diesem Album möchte ich euch das Lied: „Für keine Kohle dieser Welt“ vorstellen und elegant die Verbindung vom Thema Lyrik zum Reisen schlagen.

http://www.myspace.com/philipppoisel

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